Rund um das Champions League-Topspiel
Es ist zwar "erst" das Viertelfinale, aber in der großen Duisburger MSV-Arena herrscht morgen schon Endspielstimmung. Dann nämlich, wenn ab 19.30 Uhr der Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg auf den UEFA-Cup-Sieger von 2007, Arsenal London, trifft.
Verhaltener Andrang: Endspielstimmung bei den Teams, Endspielstimmung bei den Trainern, den Organisatoren, aber noch nicht so ganz bei den Fans. Bis Dienstag Mittag war erst von 6000 Zuschauern die Rede. "Aber die Duisburger holen sich ihre Karten vielleicht erst am Spieltag", äußerte sich FCR-Finanzvorstand Ronny Jasinski hoffnungsvoll. "Wir brauchen auch wie die Männer den zwölften Mann", appellierte Kapitänin Inka Grings an die Fans und Frauenfußball-Freunde der Region, sich die Chance, diese Partie im Stadion anzuschauen, nicht entgehen zu lassen, "denn wer weiß, ob man so etwas noch einmal hier erleben wird."
Nicht spielberechtigt: Eigentlich hatten die Verantwortlichen beim FCR 2001 Duisburg die japanische Nationalspielerin Kozue Ando vor allem deshalb verpflichtet, um auf internationaler Ebene noch besser aufgestellt zu sein. Doch Ando, das steht fest, wird gegen Arsenal nicht auflaufen können. Der Grund: "Sie hat ihren Vertrag erst am 1. Februar unterschrieben, weil sie ja vorher mit ihrer Nationalmannschaft unterwegs war", erklärt FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Da der 31. Januar, das offizielle Ende der Transferperiode, auf einen Sonnatg gefallen war, sei das für Andos Spielberechtigung in Bundesliga und DFB-Pokal kein Problem gewesen, weil der DFB eben genau diese Ausnahme erlaube. Doch auf internationaler Ebene sehe das anders aus.
Unverständnis: Dass sich der internationale Sport-Gerichtshof in Lausanne über die UEFA-Regeln und das Urteil des Berufungsgerichts hinweggesetzt und die Disqualifikation von Olympique Lyonnais aufgehoben hat, kann FCR-Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg nicht nachvollziehen: "Das widerspricht meinem Rechtsempfinden. Für den Frauenfußball ist das nicht gut, dass man gegen die Regeln verstößt, und dann wird plötzlich die Regel umgestoßen. Unglaublich." Der französische Meister hatte im November im Achtelfinale gegen den dänischen Meister Fortuna Hjørring zwei nicht spielberechtigte norwegische Nationalspielerinnen eingesetzt. Nachdem das Berufungsgericht der UEFA dem Protest der Däninnen in letzter Instanz Recht gegeben hatte, waren diese anstelle Lyons ins Viertelfinale eingezogen. Eine Entscheidung, die endgültig sei, hieß es im Januar. Der CAS jedoch setzte sich vor zwei Wochen darüber hinweg und entschied, dass das nationale französische Fußball-Recht auch auf internationaler Ebene Vorrang vor dem internationalen Verbandsrecht habe. Ein beispielloser Vorgang, der noch unabsehbare Folgen haben könnte - und das nicht nur für den Frauenfußball. Trotz dieser Entscheidung des CAS wollen es die Verantwortlichen des FCR aber nicht wagen, dort ebenfalls das internationale Spielrecht für ihre Japanerin Kozue Ando zu erkämpfen, die in dieser Saison in der Champions League nur zuschauen darf (siehe oben).
Erinnerungen: Wer ist wohl die erfahrenste Duisburger Spielerin gegen Arsenal London? Annemieke Kiesel ist es, die unter ihrem Mädchennamen Griffioen in der Saison 2004/2005 für die Bristol Rovers in der englischen Premier-League spielte. Auch gegen Arsenal. "Einmal haben wir 0:5 verloren, und ich weiß noch, wie ich dachte: Warum spielst du nicht bei denen...?" Inzwischen hat sich personell bei Arsenal einiges getan, neben vier Irinnen gehören fünf Schottinnen und zwei Waliserinnen zum Kader. Alles Nationalspielerinnen. Und da Kiesel ebenfalls Nationalspielerin ist, und zwar für die Niederlande, hat sie erst vor gut einer Woche gegen mehrere Arsenal-Akteurinnen gespielt, als sie beim Cyprus-Cup mit den Niederlanden auf Schottland traf. Dabei fiel ihr vor allem auf, dass Weltklasse-Stürmerin Julie Fleeting rein physisch weit von ihrer Bestform entfernt war. "Ich habe erst hinterher erfahren, dass sie vor wenigen Monaten Mutter geworden ist." Trotzdem: Den Tor-Instinkt dürfte Fleeting auch in der Schwangerschaft nicht verloren haben so dass mit ihr auch bei möglichen Kurz-Einsätzen immer zu rechnen sein wird.
System-Variante: Wie wird der FCR taktisch ausgerichtet sein? Am vergangenen Sonntag hatte Martina Voss-Tecklenburg beim Bundesliga-Spiel gegen Jena eine neue Variante in petto. Statt des gewohnten 4-2-3-1 ein 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute. Also mit nur einer defensiven Mittelfeld-Akteurin (Annemieke Kiesel), dafür weiter zurückhängenden Außen (Irini Ioannidou - im Wechsel mit Alex Popp - und Jennifer Oster). Eine Variante, die vor allem Neuzugang Kozue Ando zugute kam, als echter zweiter Sturmspitze. Aber gegen Arsenal ist Ando eh nicht dabei, dafür dürfte mit der Rückkehr der zuletzt verletzten Simone Laudehr und Marina Hegering zu rechnen sein, beide Optionen für die Doppel-Sechs und somit fürs "traditionelle" FCR-System.








































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