2:1 - Grings schießt Deutschland ins Halbfinale
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich das Leben in ihrem Viertelfinal-Spiel der Europameisterschaft selbst gleichzeitig schwer und zu leicht gemacht. 2:1 (1:0) hieß es am Ende gegen Italien. Ein erwarteter Sieg mit einem Ende, das beinahe keines geworden wäre.
Als Nadine Angerer in der 91. Minute einen Flugkopfball von Patrizia Panico parierte, hatten die meisten wohl längst schon abgeschaltet - gedanklich, wähnten die deutschen Frauen bereits im EM-Halbfinale. Doch hätte die Schlussfrau des 1. FFC Frankfurt nicht so gut aufgepasst, das Viertelfinale hätte sich durchaus noch um eine halbe Stunde verlängern können.
Zu lässig und teilweise fahrlässig hatte die deutsche Nationalmannschaft vorher agiert. Wobei sich der Vorwurf in Grenzen hält. Wie zu erwarten, dominierten die Deutschen die Partie, gingen früh durch Inka Grings in Führung (4.) und erarbeiteten sich weitere Chancen, allerdings ungenutzt. "Wir haben es verpasst, die Tore zu machen. In der ersten Halbzeit waren wir etwas zu halbherzig in unserem Zweikampfverhalten", urteilte Bundestrainerin Silvia Neid.
Und direkt nach dem Seitenwechsel machte sofort Inka Grings ihren zweiten Treffer, ihren fünften in diesem Turnier, von denen die UEFA ihr bislang erst vier zuschreibt. War in der ersten Hälfte Melanie Behringer die Vorbereiterin, so war es diesmal die gerade erste eingewechselte Simone Laudehr in Kooperation mit dem rechten Oberschenkel von Marta Carissimi. Vielleicht - für die Deutschen - ein zu frühes Tor. Denn danach - bei einem scheinbar beruhigenden 2:0-Vorsprung - hakte es in der Vorwärtsbewegung. Ungenaue Pässe, weniger Kombinationen. Da half es auch nichts, dass Birgit Prinz und Inka Grings unermüdlich unterwegs waren. Es hakte eben vorher schon. Was vielleicht auch mit den personellen Veränderungen zur Pause zusammenhing. Innenverteidigerin Ariane Hingst musste wegen des Verdachts auf einen Meniskusschaden ausgewechselt werden. Für sie kam Sonja Fuss, und für Bianca Schmidt kam Simone Laudehr, für die Linda Bresonik im zentralen Mittelfeld den Platz räumte, um wie zuletzt im Verein beim FCR 2001 Duisburg als rechte Außenverteidigerin zu agieren. Doch bei beiden gefährlichen Situationen, die sich Italien in dieser Partie erspielte, sah Bresonik nicht gut aus. Andere jedoch noch schlechter.
Erst Annike Krahn, die in der 63. Minute einen Steilpass von Melania Gabbiadini auf Patrizia Panico zuließ. Was aber auch nicht allzu schlimm gewesen wäre, hätte sich anschließend Babett Peter gegen Panico nicht wie eine Anfängerin verhalten, als sie auf eine simple Körpertäuschung hereinfiel und der routinierten Torjägerin den Weg zum Tor freimachte. Den diese perfekt zum 1:1 nutzte.
Danach bäumte sich die deutsche Mannschaft noch einmal auf, scheiterte aber mit guten Angriffen gleich dreimal an Italiens Torfrau Anna-Maria Picarelli (66., 69., 79.). Und so kam es, dass Panico kurz vor dem Schlusspfiff beinahe doch noch den Ausgleich für Italien erzielt hätte. Nun gut, wohl niemand zweifelt daran, dass die Deutschen dann in der Verlängerung alles klar gemacht hätten, aber ärgerlich wäre es doch gewesen, weil ein unnötiger zusätzlicher Kräfteverschleiß. "Wenn man 2:0 führt, darf man das Spiel nicht so aus der Hand geben", übte auch Inka Grings Selbstkritik. "Da werden wir intern sicherlich nochmal drüber reden."
Dominiert, gewonnen, abgehakt. Deutschland steht im Halbfinale und wird auch dort wieder klarer Favorit sein. Egal, ob der Gegner dann Schweden oder zum zweiten Mal in diesem Turnier Norwegen heißen wird. "Schweden ist ganz klar Favorit", meinte jedenfalls Silvia Neid vor dem letzten Viertelfinale, "aber wir müssen das nehmen, was übrig bleibt..."
Viertelfinale 3
Deutschland - Italien 2:1 (1:0).
Deutschland: 1 Angerer - 22 Schmidt (46. 6 Laudehr), 5 Krahn, 17 Hingst (46. 15 Fuss), 4 Peter - 14 Kulig, 10 Bresonik - 18 Garefrekes, 9 Prinz (83. 16 Müller), 7 Behringer - 8 Grings.
Italien: 1 Picarelli - 3 D'Adda, 5 Tona, 6 Schiavi, 2 Gama - 21 Carissimi (82. 10 Zorri) - 8 Gabbiadini, 7 Domenichetti, 4 Tuttino, 19 Pini (88. 11 Fuselli).
Zuschauer: 1866 (in Lahti).
Schiedsrichterin: Jenny Palmqvist (Schweden), Note 2 (gut), hatte mit der fair geführten Partie überhaupt keine Probleme, auch trotz der Brisanz wenig zu tun.
Gelbe Karte: Gabbiadini (41.).
Tore: 1:0 Grings (4.), 2:0 Grings (47.), 2:1 Panico (63.).
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Bundesliga Frauen
| 1. | FCR 2001 Duisburg | 14 | 47 | : | 10 | 36 |
| 2. | Turbine Potsdam | 13 | 52 | : | 9 | 35 |
| 3. | 1. FFC Frankfurt | 12 | 41 | : | 21 | 24 |
| 4. | Bayern München | 13 | 27 | : | 25 | 23 |
| 5. | SC 07 Bad Neuenahr | 13 | 24 | : | 22 | 22 |
| 6. | FF USV Jena | 13 | 21 | : | 31 | 16 |
| 7. | VfL Wolfsburg | 11 | 21 | : | 16 | 15 |
| 8. | Hamburger SV | 12 | 14 | : | 29 | 14 |
| 9. | SG Essen-Schönebeck | 14 | 21 | : | 40 | 13 |
| 10. | 1. FC Saarbrücken | 12 | 19 | : | 35 | 9 |
| 11. | Tennis Borussia Berlin | 13 | 13 | : | 33 | 6 |
| 12. | SC Freiburg | 14 | 8 | : | 37 | 6 |








































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